Transformatives Breathwork
08.10.2025
Wie bewusste Atmung Emotionen löst und innere Balance schenkt
Wenn wir aufwachsen, begegnen wir Herausforderungen. Wird eine Situation für uns zu viel, sucht unser System Wege, mit der Überforderung und Hilflosigkeit umzugehen. Wir entwickeln Strategien zum Selbstschutz, um zu überleben, zu lieben und geliebt zu werden.
Grundsätzlich gibt es drei angeborene Überlebensreaktionen: Fight, Flight und Freeze. Können wir fliehen oder uns erfolgreich verteidigen, findet der Körper meist von selbst zurück ins Gleichgewicht.
Wird die mobilisierte Energie, die der Körper automatisch für Kampf oder Flucht bereitstellt, nicht entladen, dann bleibt sie im Nervensystem gefangen.
Die Natur weiß wie man loslässt
Eine Antilope, die einem Tiger entkommt, zittert und schüttelt sich, um die überschüssige Energie abzugeben und findet so zurück in ihr Gleichgewicht.
Wir Menschen haben diesen natürlichen Mechanismus weitgehend verloren. Statt die Spannung zu entladen, halten wir sie fest, aus Angst, Kontrolle und weil man uns beigebracht hat, ruhig und unauffällig zu sein.
Das Ergebnis ist chronische Übererregung: der Körper bleibt im Alarmzustand, obwohl die Gefahr längst vorbei ist, und das schwächt langfristig unseren gesamten Organismus. Wir werden stressanfälliger, sind erschöpft, leicht reizbar, und unser Immunsystem wird geschwächt. Diese Belastungssymptome entstehen weil das Nervensystem versucht mit der überschüssigen Energie klarzukommen.
Was uns einst geschützt hat, hindert uns im Hier und Jetzt.
Wir reagieren auf die Welt immer wieder gleich, auch wenn die Situation längst eine andere ist. Wir leben emotional in der Vergangenheit. Wenn wir im Hier und Jetzt getriggert werden, wird der uralte Schmerz und die altbewährte Bewältigungsstrategie aktiviert.
Das erklärt, warum wir manchmal überreagieren und impulsiv handeln. Unser inneres Kind wird an alte Wunden erinnert und spürt den Schmerz von früher, einen Schmerz, den es nach außen projiziert.
Solange wir nicht verstehen, was in uns wirkt, schützt uns unser System auf übermäßige Weise und genau dadurch entfremden wir uns von uns selbst. Wir verlieren den Kontakt zu unseren Gefühlen, Bedürfnissen und Grenzen.
Dabei dürfen wir nicht vergessen, dass unsere Strategien keine Schwächen sind, sondern Spuren unserer Geschichte: eine Mischung aus Genetik, übernommenen Überzeugungen und Erfahrungen, die wir nach bestem Wissen gemeistert haben.
Die Rückkehr zu dir – über deinen Atem

In der Atemsitzung geht es darum, die Verbindung zu dir selbst, deinem Körper und deinen Gefühlen wieder aufzunehmen, den inneren Rückzug aufzugeben, dein Herz zu öffnen und neue, heilsame Erfahrungen zu machen. Alte Erfahrungen werden dabei körperlich, mental und emotional neu verhandelt.
Das Körpergefühl verändert sich hin zu mehr Sicherheit, und aus der Erstarrung entsteht ein Gefühl von Selbstermächtigung.
Aus „Ich kann nicht“ wird „Ich kann.“
Wie Gedanken, Gefühle und Körper zusammenwirken
Unsere Gedanken beeinflussen unsere Gefühle. Unsere Gefühle beeinflussen unsere Gedanken. Körper, Geist und Emotionen stehen in ständiger Wechselwirkung miteinander.
Wenn du denkst: „Ich schaffe das nicht“, spürst du Anspannung, Unsicherheit oder Druck. Dein Körper reagiert darauf mit flacherem Atem, Muskelverspannungen oder einem schnelleren Herzschlag. So entsteht ein Kreislauf:
Gedanke → Gefühl → Körperreaktion → Gedanke
Dauerhaft negative Gedanken führen zu emotionalem Stress und emotionaler Stress wirkt über das Nervensystem und die Hormone direkt auf unseren Körper und unsere Gesundheit.
Vielleicht fragst du dich: Was genau sind eigentlich Glaubenssätze?
Glaubenssätze sind tief verwurzelte Überzeugungen, die wir über uns, andere und das Leben entwickeln. Sie entstehen oft in der Kindheit, wenn wir Erfahrungen interpretieren, um die Welt zu verstehen. Diese Überzeugungen wirken wie innere Programme, die unser Verhalten steuern, meist unbewusst.
Manche sind hilfreich, andere begrenzen uns. Zum Beispiel: „Ich bin nicht gut genug.“ – „Ich muss immer stark sein.“ – „Ich darf keine Fehler machen.“ Oft stammen sie nicht von uns selbst, sondern aus den Erfahrungen mit unseren Eltern, unserer Umgebung oder der Gesellschaft. Mit der Zeit werden sie Teil unserer Identität und beeinflussen, wie wir fühlen, denken und handeln.
Gefühle und ihr Ausdruck im Körper - es gibt kein Feel zu viel.
Gefühle sind Energie in Bewegung. Sie wollen gefühlt, durchlebt und integriert werden. Wenn wir sie unterdrücken, durch Funktionieren, Anpassung oder Ablenkung, verschwinden sie nicht. Der Körper speichert ihre Energie. Unterdrückte Emotionen drücken sich dann auf körperlicher Ebene aus. Zum Beispiel:
• Muskelverspannungen und Energiestaus
• Psychosomatische Symptome
• Emotionale Taubheit oder das Gefühl, „nicht richtig da zu sein“
• Wiederkehrende Beziehungsmuster (z. B. immer an denselben Typ Mensch zu geraten)
• Innere Unruhe, Stress, Erschöpfung, Schlafstörungen, Kopfschmerzen.
Das Nervensystem hält diese unterdrückten Gefühle fest, weil es irgendwann gelernt hat: „Das ist zu viel. Das darf/kann ich nicht fühlen/aushalten.“
Doch genau diese nicht gefühlten Gefühle ziehen im Hintergrund weiter die Fäden, bis wir bereit sind, sie bewusst zu durchfühlen und integrieren.
Der therapeutische Effekt auf Körper, Gefühl und Bewusstsein
Im bewussten verbundenen Atmen (Conscious Connected Breathwork) liegst du entspannt auf der Matte und atmest dynamisch und aktiv. Der Atem fließt kontinuierlich durch den Mund, wobei die Einatmung voller ist als die Ausatmung. Durch diese kraftvolle Atmung geschieht in deinem Körper etwas Besonderes.
Stell dir vor, während du atmest, wirbelt in deinem Körper ein kleiner Schneesturm, wie in einer Schneekugel. Durch die bewusste Aktivierung und die energetische Bewegung, können u.a. verdrängte Gefühle, Gedanken, Spannungen, Erinnerungen oder Glaubenssätze aus dem Unterbewusstsein auftauchen, gefühlt und integriert werden.
Und dann – wie in der Schneekugel – sinkt alles langsam wieder zu Boden. Doch diesmal ordnet es sich neu: Neue Perspektiven entstehen, Verständnis vertieft sich, emotionale Reife wächst und mit ihr neue Möglichkeiten.
Transformatives Atmen ist weit mehr als eine Technik. Es ist ein tiefgehender und therapeutischer Prozess. Wenn wir den Körper bewusst einbeziehen und über den Atem einladen sich zu öffnen, können eingefrorene Muster wieder in Bewegung kommen.
Der Körper erfährt, dass er nicht länger in der alten Starre verharren muss. Gefühle, die wir einst nicht zulassen konnten, werden integriert. Dadurch fühlst du dich mehr mit dir verbunden. Du fühlst mehr Lebendigkeit. Mehr Verbindung mit anderen. Mehr Authentizität. Klarheit und Selbstvertrauen.
Vom Kopf ins Herz – vom Denken ins Fühlen
Veränderung geschieht nicht im Kopf. Sie geschieht, wenn Körper, Gefühl, Seele und Bewusstsein wieder zusammenfinden. Wenn wir die Muster loslassen, die uns einst geschützt haben und Platz machen für eine neue, wahrhaftigere Version von uns selbst.
Der Atem ist die Brücke zwischen dem physischen, emotionalen, mentalen und spirituellen. Jedes Mal, wenn du bewusst atmest und dich spürst, kehrst du ein Stück mehr zu dir selbst zurück – so, als würdest du nach und nach die Puzzleteile deines wahren Selbst zusammensetzen..
Yvonne Garske
Hallo meine Liebe
Mein Name ist Yvonne & ich begleite dich auf deinem Weg — achtsam, klar und kraftvoll den Raum für Leichtigkeit, innere Stärke und echte Verbindung in dir zu finden.